Einen Schufa Eintrag löschen lassen: So geht es!

meine schufa websiteSchufa! Dieser Name der wohl bekanntesten Auskunftei in Deutschland ist für viele Menschen ein rotes Tuch. Denn die Schufa spielt bei der Vergabe von Krediten, beim Abschluss von Verträgen und sogar beim einfachen Mieten einer Wohnung eine wichtige Rolle. Leider nicht immer zum Vorteil. Denn verkürzt bestimmt die Schufa einen wesentlichen Teil der eigenen Kreditwürdigkeit durch Bonitätsauskünfte mit. Daher sind fehlerhafte oder negative Schufa-Einträge mehr als nur ein Ärgernis. Der Kredit wird plötzlich teuer, ein Handyvertrag gar unmöglich und ein Vermieter sagt ab. Selbst ein Ratenkauf kann regelrecht platzen. Ein unvorteilhafter Eintrag bei der Schufa ist insbesondere für Menschen ein Problem, die auf eine Kreditvergabe oder einen Vertragsabschluss dringend angewiesen sind. Nicht alle Betroffenen wissen um das Problem eines fehlerhaften oder negativen Schufa-Eintrags. Noch weniger kennen ihre Rechte. Dabei darf jeder Bürger nicht nur eine kostenlose Selbstauskunft einholen, sondern auch einen unberechtigten Schufa-Eintrag löschen lassen. Damit hat es jeder selbst in der Hand, die eigene Kreditwürdigkeit im Rahmen des Möglichen aufzupolieren.

Was ist die Schufa?

schufa logoSchufa ist die Abkürzung für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Es handelt sich dabei um eine private Gesellschaft, die als Aktiengesellschaft strukturiert ist. Die Vorläufer der Auskunftei existiert bereits seit den 1920er-Jahren. Das ist einer der Gründe, warum die Schufa bei Banken, Kreditinstituten, Versicherungen und im Handel sowie in vielen weiteren Geschäftsfeldern ein langjähriger und anerkannter Partner der Unternehmen ist. Denn die Auskunftei bietet etwas, was sich jedes Unternehmen wünscht: die Einschätzung der Kreditwürdigkeit eines Geschäftspartners oder Kunden.

Wichtig: Die Schufa speichert keine Daten zum Vermögensstand. Das heißt, Guthaben, Aktien oder andere Anlagen fließen nicht in die Berechnung ein!

Die Schufa sammelt Daten. Dabei handelt es sich in erster Linie um persönliche Daten wie Anschrift, Geburtsdatum sowie Daten von Dritten. Das sind Informationen über die Kreditwürdigkeitseinstufung bei Banken, die Rückzahlung von Krediten, das Bedienen von Ratenzahlungen und Verzug im Zahlungsverkehr. Anhand dieser Daten erstellt die Schufa einen Score, mit dem Sie ihrerseits die Kreditwürdigkeit einer Person nach bestimmten Algorithmen berechnet. Die Kunden unterstützen notgedrungen diese Berechnungen durch die Unterzeichnung der sogenannten Schufa-Klauseln. Darin erteilen sie den (potenziellen) Vertragspartnern wie Banken oder Händlern das Recht, eine Schufa-Auskunft einzuholen.

Bei Anfragen gibt die Schufa Informationen wie den Score sowie die allgemeine Kreditwürdigkeit und Zahlungsmoral oder aber bei gezielten Anfragen zur gesamten finanziellen Situation einer Person – soweit diese aktenkundig ist. Die anfragenden Unternehmen liefern im Gegenzug aktuelle Daten zum Kunden bzw. Interessenten. Dieses Wechselspiel ist ein Ansatzpunkt, um einen Schufa-Eintrag löschen zu lassen. Dazu ist es wichtig, den Score zu verstehen.

Was ist der Schufa-Score und wie wird dieser Wert errechnet?

Der Score spiegelt in einer Prozentzahl die Kreditwürdigkeit wieder. Es gilt: Je höher der Wert, desto niedriger ist die Kreditausfallwahrscheinlichkeit. Sehr gute Werte liegen oberhalb von 95 Prozent, bereits unter 90 Prozent beginnt demnach ein deutlich erhöhtes Risiko, unter 80 Prozent ist das Ausfallrisiko sehr groß und unter 50 Prozent gar sehr kritisch. Schlechter ist nur, gar keinen Score mehr zu bekommen. Denn dann liegen negative Einträge vor, die einen Kredit oder einen Vertragsabschluss unwahrscheinlich werden lassen. Solche Einträge können Betroffene jedoch unter Umständen löschen lassen.

schufa score

Schufa-Score Infografik von Heise.de

Den Score errechnet die Schufa anhand eines nicht veröffentlichten Verfahrens. Neben den Informationen der Banken und anderen Unternehmen fließen unter anderem auch Hochrechnungen auf Basis der persönlichen Daten ein. Die Verantwortlichen weisen jedoch darauf hin, dass sie keine Sozialdaten (Nationalität, Religion usw.) sowie nur in Ausnahmefällen Geo-Daten nutzen. Geo-Daten sind Wahrscheinlichkeitsrechnungen auf Basis des Wohnumfeldes, wobei gewichtete Daten der Nachbarn zur Berechnung des Scores herangezogen werden.

Was ist ein negativer Schufa-Eintrag?

Der Score ist nicht gleichzusetzen mit einem Schufa-Eintrag. Ein negativer Schufa-Eintrag ist eine konkrete Verfehlung, die von einem Gläubiger bzw. Vertragspartner an die Auskunftei übermittelt wird. Voraussetzungen für einen Schufa-Eintrag sind:

  • Eine Forderung ist unwidersprochen offen,
  • das Erfüllen der Forderung hat der Gläubiger zweimal rechtsgültig angemahnt,
  • der Gläubiger hat eine negativen Schufa-Eintrag angekündigt.

Sind diese Bedingungen erfüllt, nimmt die Auskunftei die Daten in die Akte auf. Bei Anfragen gibt sie diese Daten mit heraus.

Wann löscht die Schufa ihre Einträge automatisch?

Nicht alle Einträge lassen sich löschen. Es gibt jedoch bestimmte Fristen, nach denen die Schufa negative Daten aus den Akten entfernt bzw. entfernen muss. Für fast alle negativen Einträge gilt eine Dreijahresfrist (nach Erfüllen). Das heißt: Eidesstattliche Versicherungen, bezahlte Baufinanzierungen und Ratenkredite, Mahnbescheide, negative Einträge aufgrund von fehlenden Zahlungen für Kreditkarten, Handyverträge oder auch Girokonten – all das wird nach drei Jahren gelöscht. Voraussetzung ist, dass die Gläubiger den Vollzug der Zahlung melden.

Eine Ausnahme sind Anfragen für Kredite und Ratenzahlungen sowie Kontoeröffnungen. Diese Anfragen löscht die Schufa nach einem Jahr, die Daten gibt sie jedoch bereits nach zehn Tagen nicht mehr heraus.

Gut zu wissen: Beim automatischen Löschen aller Daten gilt der Ablauf des Kalenderjahres nach Erfüllen der Forderung bzw. Aufheben eines Sachverhaltes. Wenn beispielsweise ein Mahnbescheid im März 2017 erfüllt ist, löscht die Schufa diesen Eintrag erst zum 31.12.2020!

An dieser Stelle ist die Auskunftei den gesetzlichen Anforderungen unterworfen. Allerdings ist der Datenbestand des Unternehmens so groß, dass es zu Verzögerungen bei der Bearbeitung kommen kann. Es ist daher möglich, dass die Schufa bei einer Bonitätsprüfung veraltetet Daten herausgibt.

Erst die Selbstauskunft prüfen

Um überhaupt herauszufinden, ob bei der Schufa unerwünschte Details hinterlegt sind, ist eine Selbstauskunft hilfreich. Laut § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes hat jede Person das Recht, auf Auskunft über die über ihn gespeicherten Daten. Eine solche Schufa-Auskunft ist einmal im Jahr kostenlos und kann über die Webseite meineschufa.deeingeholt werden.

Achtung: Der Weg dorthin ist nicht einfach zu finden. Aktuell befindet sich ein Vordruck unter „Produkte“ und „Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz“. Dazu muss der Interessent jedoch zusätzlich noch auf den gleichnamigen Unterpunkt klicken. Sonst erscheint eine Auswahl zur kostenpflichtigen Selbstauskunft!

Die Prozedur ist nicht besonders elegant. Unter anderem fordert die Auskunftei eine Kopie des Personalausweises oder Alternativen). So müssen Interessierte etwas Zeit aufbringen, um die Selbstauskunft auf den Weg zu bringen. Diese kommt dann jedoch nach zwei bis vier Wochen per Post.

Nun gilt es, die darin enthaltenen Angaben genau zu lesen und jeden einzelnen zu prüfen. Die Auflistung kann je nach bisherigem Agieren umfangreich sein. Wer häufig Waren per Ratenkauf shoppt, laufende Kredite hat oder um ein Darlehen gebeten hat sowie in letzter Zeit Konten eröffnet hat, wird sich einer längeren Liste von Einträgen gegenüber sehen.

Die Selbstauskunft enthält entsprechende Daten sowie eine grobe Einschätzung der daraus resultierenden Kreditwürdigkeit. Hier heißt es jetzt, genau aufzupassen. Denn diese Daten werden auch in ähnlicher Form bei Anfragen von Banken und anderen Unternehmen weitergegeben. Wer in seiner Schufa-Selbstauskunft eine mäßige Kreditwürdigkeit in einem Teilbereich findet oder gar eine schlechte Einstufung, sollte die zugrundeliegenden Einträge unter die Lupe nehmen. Denn sind diese fehlerhaft, muss die Auskunftei auf Wunsch des betroffenen diese Einträge ändern oder löschen.

Wichtig: (Fast) immer handelt es sich bei den Datensätzen um von Dritten an die Schufa übermittelte Informationen. Daher muss in vielen Fällen der Betroffene die Angaben dieser Dritten korrigieren lassen. Erst dann berücksichtigt die Schufa die korrekten Werte.

So können Sie einen Schufa-Eintrag löschen lassen

schufa eintrag löschen iconGrundsätzlich enthalten die Datensätze negative und positive Einträge. Kreditanfragen, bezahlte Kredite, aber auch Zahlungsverzug befinden sich je nach Betroffenem in der Auflistung. Daher bedeuten viele Punkte nicht zwingend etwas Negatives. Dennoch kann es Einträge in der Schufa-Auskunft geben, die ein Betroffener löschen lassen möchte.

Zu prüfen sind daher folgende Punkte:

  • Stimmen die Einträge?
  • Stimmen alle Details wie Daten und Summen?
  • Sind die Einträge aktuell (s. u.)?

Sofern Unstimmigkeiten auftreten, können die Betroffenen diese Schufa-Einträge korrigieren oder löschen lassen. Dabei gibt es folgende Varianten:

  • Die Einträge stimmen und können nicht korrigiert/gelöscht werden.
  • Die Einträge können direkt bei der Schufa korrigiert/gelöscht werden.
  • Die Einträge müssen bei einem Dritten korrigiert/gelöscht werden.
  • Es handelt sich um einen Sonderfall.

Der ärgerlichste Fall für die Betroffenen ist, dass die Daten negativ auf die Bonität wirken, aber leider korrekt sind. In diesem Fall müssen Sie die gesetzliche Löschfrist abwarten, sofern es sich nicht um einen Sonderfall handelt.

Sogenannte fehlerhafte Positivmerkmale wie eine veraltete oder falsche Adresse können die Betroffenen direkt bei der Schufa ändern lassen. Dazu sollten diese ein Einschreiben mit Rückschein verwenden und diesem Schreiben entsprechende Nachweise beilegen (z. B. Kopie des Dokuments vom Einwohnermeldeamt).

Ein anderer Fall sind fehlerhafte Einträge oder erfüllte Forderungen bei Dritten. In diesem Fall gibt es nur einen sinnvollen Weg: Die Quelle des Eintrags muss korrigiert werden. Das heißt konkret: Der Vertragspartner des Schuldners bzw. Betroffenen oder das beauftraget Inkassobüro muss seine Informationen ändern und diese Änderung der Schufa melden. Denn diese übernimmt nur diese Angaben. Sind also Angaben fehlerhaft, muss der Betroffene diese bei seinem Vertragspartner korrigieren und neu melden lassen. Dazu ist dieser grundsätzlich verpflichtet. Auch hier ist ein Brief per Einschreiben mit Rückschein anzuraten. Dabei sollten Betroffene eine Frist zur Umsetzung von zwei bis drei Wochen setzen. Voraussetzung ist jeweils, dass es einen entsprechenden Fehler im Eintrag gibt. Berechtigte Einträge lassen sich nicht abändern.

Tipp: Dieser Weg hat einen positiven Nebeneffekt. Denn der Vertragspartner meldet die Änderung auch an alle anderen Auskunfteien. Von diesen gibt es in Deutschland einige. Nicht in allen Branchen und Fällen ist die Schufa die wichtigste Auskunftei.

Wichtig beim Schriftwechsel: Betroffene können sich an alle Adressaten mit Bezug auf § 33ff. des Bundesdatenschutzgesetzes wenden. Demnach haben sie das Recht, falsche Daten löschen, berichtigen oder sperren zu lassen. Gegenüber der Schufa kann auch eine Sperre der Datensätze eine Lösung sein, bis die Vertragspartner der Pflicht zur Änderung nachkommen. Denn gesperrte Daten darf die Schufa nicht herausgaben. Aber Vorsicht: Zwar kann jeder prinzipiell alle Daten sperren lassen, jedoch führt das bei einer Vertragsverhandlung (Handyvertrag, Kredit, Ratenkauf usw.) zu einer fehlenden Schufa-Auskunft. Auch das kann sich – so kurios es klingt – negativ auf die eigene Bonität auswirken.

Sonderfall: Schufa-Eintrag vorzeitig löschen lassen

Grundsätzlich können Betroffene sogar vorzeitig Schufa-Einträge löschen lassen. Dabei sind jedoch bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Diese Regelung gilt beispielsweise für innerhalb von sechs Wochen zurückgezahlte Kleinschulden bis 2.000 Euro, sofern der Gläubiger dies seinerseits bei der Auskunftei bestätigt. Ein beschleunigtes Löschen ist ebenfalls möglich bei einem Eintrag in das Schuldnerverzeichnis nach § 882c Abs. 1 Nr. 1 bis 3 ZPO, sofern der Schuldner die Kopie des Löschbescheids per Einschreiben mit Rückschein an die Schufa sendet. Das ist nach einer eidesstattlichen Versicherung ratsam, da sonst die eigene Bonität nahezu null ist. Ausnahmen vom vorzeitigen Löschen sind Forderungen mit Titel (Vollstreckungsbescheide).

Vertragspartner verweigert Änderung bzw. Löschen des Schufa-Eintrags

Der Schuldner einen Anspruch auf fehlerfreie Daten in der Akte der Auskunftei. Ist dies nicht möglich, weil ein Vertragspartner die Korrektur eines Fehlers verweigert oder einen Eintrag unberechtigt nicht löschen lässt, bleibt dem Betroffenen nur der Rechtsweg. Ein Fachanwalt oder die Verbraucherzentralen sind dann Ansprechpartner, um eine einstweilige Verfügung und ggf. eine Klage gegen den Vertragspartner auf den Weg zu bringen. Eine weitere Möglichkeit ist, den Schufa-Ombutsmann einzuschalten. Dieser berät beide Seiten neutral und versucht, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Schufa-Eintrag löschen lassen und erfolgreich die Bonität verbessern

Ein negativer oder fehlerhafter Schufa-Eintrag sowie ein schlechter Score sind Gift für die Bonität. Wer Kredite benötigt, Produkte per Ratenzahlung kaufen möchte oder einen neuen Handyvertrag sucht, ist auf eine „saubere“ Schufa-Akte angewiesen. Daher sollten alle Menschen regelmäßig ihre Daten mit einer Selbstauskunft überprüfen und Fehler korrigieren lassen. Speziell negative Einträge sollten vermieden und ggf. vorzeitig gelöscht werden.

Ebenso ist es jedoch wichtig, die eigene Bonität aktiv zu verbessern. Das ist durch regelmäßiges und pünktliches Zahlen von Kreditraten und Rechnungen möglich. Im Falle eines finanziellen Engpasses ist ggf. ein neuer Kleinkredit zum Bedienen offener Forderungen sinnvoller, als Mahnungen zu ignorieren.

Spätestens dann, wenn ein Gerichtsvollzieher vor der Tür steht oder ein Inkassounternehmen anklopft, nutzt es kaum noch, negative Schufa-Einträge löschen zu lassen. Dann ist der Gang zu einer Schuldnerberatung sinnvoll, um den Weg aus der finanziellen Krise zu finden.