Die Grünen-Politikerin Renate Künast setzt sich für ein neues Gesetz ein, das die Schufa zu mehr Transparenz zwingen soll. Eine detaillierte Datenanalyse, die kürzlich durchgeführt worden ist, hat ergeben, dass viele Deutsche ohne Grund als Risikofall eingestuft werden. Diese Bürger werden dadurch mit unnötigen Problemen konfrontiert.

Unübersichtliche Datengrundlage

Die Grünen-Politikerin Renate Künast setzt sich vehement für eine Gesetzesänderung ein, womit die Finanzauskunftei Schufa zu mehr Transparenz gezwungen werden soll. Die ehemalige Verbraucherschutzministerin und frühere Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag hat kürzlich in einem Interview mit der MDR Aktuell bestätigt, dass das Schufa-System völlig neu aufgestellt werden muss. Eine Datenanalyse, die vor einigen Wochen vom Bayerischen Rundfunk und vom Magazin „Spiegel“ veröffentlicht wurde, zeigt klar, dass viele Bundesbürger von der Schufa zu Unrecht als Risikofall eingestuft werden.

Künast kritisierte vor allem die Tatsache, dass Unternehmen wie die Schufa momentan eine „Blackbox“ sind. Man weiß nicht genau, welche Daten erhoben und wie diese ausgewertet werden. Es kommt immer wieder vor, dass zum Nachteil der Verbraucher entschieden wird, weil die Datengrundlage schlampig geführt wird. Die Daten sind teilweise falsch und veraltet, sodass falsche Schlüsse daraus gezogen werden. So wird beispielsweise die finanzielle Situation einiger Bürger nur deswegen negativ bewertet, weil diese nicht in einem hippen und modernen Stadtteil wohnen. Solche statistischen Schlussfolgerungen sind unakzeptabel und sollten nicht mehr geduldet werden.

Schufa-Chaos wird größtenteils ignoriert

Behörden seien jahrelang unterbesetzt gewesen und haben so das Chaos bei der Schufa zugelassen. Heutzutage ist es jedoch von existentiellem Belang das System neu auszurichten. Dies ist deswegen so wichtig, da die Auskünfte nicht mehr nur bei Kreditvergaben abgefragt werden, sondern auch immer mehr in anderen Bereichen, wie beispielsweise bei der Vermietung von Immobilien eingesetzt werden. Künast möchte mit dem neuen Gesetz volle Transparenz schaffen. Es soll nachvollziehbar sein, welche Informationen zur Erstellung der Schufa-Bewertung einer Person verwendet und wie diese Daten analysiert werden.

Dadurch wird Bürgern im Zweifelsfall ein Instrument zur Verfügung gestellt, sich gegen zweifelhafte Schufa-Einstufungen zu wehren. Darüber hinaus müssen die Auskünfte an bestimmte Zwecke gebunden werden. Um dies zu erreichen ist jedoch ein neuer gesetzlicher Rahmen unerlässlich, da die Schufa von alleine sicherlich keine Veränderungen vornehmen wird.

Der Artikel ist eine Zusammenfassung eines Interviews des MDR.